Die Crammsche Glocke

Die Crammsche Glocke

Ein Rufsignal zum Gottesdienst

 

Die Glocke läutet zum Gottesdienst. Bei schönem Wetter fand der Feldgottesdienst auch schon mal auf der Freifläche neben der Crammschen Glocke statt.

Ein Wahrzeichen der Blücher Kaserne war der 1967 vom Bataillonskommandeur der   Panzeraufklärer, Oberstleutnant von Cramm, errichtete Glockenturm.

Anfangs fanden die Standortgottesdienste in der Stadtkirche in Hessisch Lichtenau statt.

Es kam aber vor, dass beide Bataillone vor einer verschlossenen Kirche standen oder der Organist nicht erschienen war. Als aber eines Tages der zuständige Militärpfarrer nicht zum Gottesdienst erschien und dieser ausfallen musste, beschloss Cramm in die militärseelsorgerische Selbständigkeit zu gehen.

Zunächst wollte er eine alte „Superconstellation“ vom Frankfurter Flugplatz für 5.000 DM erwerben und sie als besonderen Kirchenraum für die Landser herrichten. Doch seine Idee scheiterte am Geld und Transport.

Cramm beschloss nun mit allen Offizieren, Unteroffizieren sowie den Militärpfarrern, die Gottesdienste von der Stadtkirche in die neu erbaute Mehrzweckhalle in der Kaserne zu verlegen. Während der evangelische Militärpfarrer das Vorhaben unterstützte, hatte sein katholischer Amtskollege Bedenken. Dessen Militärbischof, der spätere Kardinal Dr. Hengst-bach, besuchte am 21. Juni 1967 die Blücher Kaserne und fragte die angetretenen Soldaten nach ihren Wünschen. Cramm trug ihm sein Anliegen vor und erhielt dessen uneingeschränkte Zustimmung. Doch nun fanden die ersten Gottesdienste stumm und ohne

Vorankündigung statt - es fehlte eine Glocke, die zum Gebetsruf.

Als stellvertretender Kommandeur des Panzeraufkfärungsbatailons 7 in Augustdorf ließ Cramm einige Jahre zuvor einen hölzernen Glockenturm mit Glocke errichten. Da diese Glocke inzwischen überflüssig geworden und der Glockenturm abgerissen war, rollte ein 7-Tonner-LKW von Hessisch Lichtenau nach Augustdorf und holte die Glocke dort ab. Der

Pionierzug der Aufklärer errichtete einen hölzernen Glockenturm in der Kaserne, in dem die Glocke aufgehängt wurde und die Soldaten künftig zur Andacht rief.

In der Folge kam es oft vor, dass nachts als Streich die Glocke geläutet wurde. Das VP-Panzerbataillon 154 soll die Glocke sogar rosa gestrichen haben, die Farbe der Panzertruppe.

Die Panzeraufklärer hätten das rosa dann gelb übermalt.

Kommentare: 1 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Ziegler, H. (Freitag, 13 Juli 2012 09:35)

    Ja, die Glocke war anscheinend auch der Liebling der Spätheimkehrer und der verschiedenen Kasernenfeldwebels.
    Sie, die Glocke, trug nicht nur rosa, goldgelb sondern auch die Farbe der Pioniere, insbesondere vor den Entlassungstagen.
    Nachts hatte die Glocke ab und zu das Bedürfnis, ein paar Glockenschläge abzugeben. Am Tage darauf fand man nach gehöriger Aufklärung manchmal ein Stück Fernmeldekabel.Da sich einige Menschen in der Kaserne gestört fühlten wurden besondere Kontrollen angeordnet. Weitere Fragen können bestimmt die Alten beantworten.
    Übrigens: Wer kennt noch das Offz-Schwimmbad vor dem Mannschaftsspeisesaal, das wie das Lichtenauer Schwimmbad eines Tageszugeschüttet wurde ?
    Es grüßt der
    grüne Heinrich




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