Die Olympiade der Aufklärer

Oberst Georg Freiherr von Boeselager, ein vorbildlicher Kavallerieoffizier,

geboren am 25. August 1915, gefallen bei einem Angriff seiner Kavalleriebrigade

am 27. August 1944 in Narew.


Seine Tugenden, Entschlusskraft, Willensstärke, körperliche Leistungsfähigkeit, Kameradschaftsgeist und fachliches Können waren die Disziplinen, die in diesem Wettkampf von den Spähtrupps abgefordert wurden.


Den Ehrenteller für die siegreiche Mannschaft spendete sein Bruder, Philipp Freiherr von Boeselager als Wanderpokal.

Siegerteam: Bernd Werkmeister (oben von links),Dippel,Norbert Henkel, Rüther, Heim,Florschütz und Koch
Siegerteam: Bernd Werkmeister (oben von links),Dippel,Norbert Henkel, Rüther, Heim,Florschütz und Koch

Boeselagerwettkampf der Panzeraufklärungstruppe

Die Panzer- und die Panzergrenadiertruppe hatten ihre internationalen Wettbewerbe deutlich vor den Panzeraufklärern, die Panzertruppe die „Canadian Army Trophy“, ein reiner Panzer-Schießwettbewerb, und die Panzergrenadiertruppe den „Rommel-Preis“, einen Vielseitigkeitswettbewerb, der viele Ausbildungsgebiete der Panzergrenadiere abdeckte. So wurde in 1970 für die Panzeraufklärungsbataillone der Bundeswehr der Boeselager-Wettbewerb ins Leben gerufen. Der erste Wettkampf dieser Art fand beim Panzeraufklärungsbataillon 7 im nordrheinwestfälischen Augustdorf statt.

Zunächst war der Boeselager-Wettbewerb regional beschränkt auf die norddeutschen   Panzeraufklärungsbataillone und ihre Patenverbände aus anderen NATO-Nationen, die in der Bundesrepublik Deutschland stationiert waren. Erst als der Boeselager-Wettbewerb als offizieller Wettkampf der Bundeswehr anerkannt wurde, war es für alle 11 (später 13) Panzeraufklärungsbataillone der Bundeswehr Pflicht, eine Mannschaft zu diesem Wettkampf zu entsenden. Von diesem Zeitpunkt an konnten auch NATO-Partner, die keine Truppen in Deutschland stationiert hatten, an dem Wettkampf teilnehmen.

So konnte die Mannschaft des Panzeraufklärungsbataillon 2 den begehrten Preis insgesamt viermal nach Hessisch Lichtenau holen, 1971,1973 und 1974, und 1981 (Foto), nach dem dritten Sieg verblieb der Silberteller – im Soldatenjargon etwas despektierlich auch die „Salatschüssel“ genannt in den die Namen und Standorte der siegreichen Bataillone eingraviert wurden, beim Panzeraufklärungsbataillon 2 (im Traditionsraum zu sehen). Ein Höhepunkt für das Panzeraufklärungsbataillon 2 war zweifellos die Ausrichtung des Boeselager-Wettbewerbes im Jahr 1987. Bereits ein Jahr zuvor, unmittelbar nach dem Boeselager-Wettbewerb 1986 in Sontra, wurden ein Hauptmann und Kompaniechef und diverse Feldwebel von ihren originären Aufgaben entbunden und mit der Vorbereitung des Wettbewerbs 1987 beauftragt. Der Boeselager-Organisationsstab wuchs schließlich auf annähernd 40 Mann auf, je näher der Wettbewerb 1987 kam.

14. Mai 1987
14. Mai 1987

Zur Durchführung des Wettbewerbes wurde die Truppe in der Blücher-Kaserne mit Unterstützungspersonal aus der gesamten 2. Panzergrenadierdivision mit Sitz in Kassel verstärkt auf annähernd 2400 Soldaten. Schließlich galt es neben den 8 Wettbewerbsstationen auch „Nebenkriegsschauplätze“ wie ein Damenprogramm, Rundflüge für VIP´s, Fahrservice für Zuschauer zwischen den einzelnen Stationen usw. zu organisieren. Ende 1986 trug der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Gert-Joachim Jöhnk, vor dem Führungspersonal der 2. Panzergrenadierdivision und dem komman-dierenden General des III. Korps aus Koblenz, Generalleutnant Erich Diedrichs, vor. Er schloss seine Ausführungen mit dem Satz, dass er der Auffassung sei, der Boeselager-Wettbewerb müsse deutlich entfrachtet werden. Antwort Generalleutnant Diedrichs: „Herr Jöhnk, ich teile Ihre Auffassung, das wird auch so kommen, aber nicht, wenn der Wettbewerb in meinem Verantwortungsbereich ausgerichtet wird“. Und somit blieb zunächst einmal alles beim Alten. Während des einwöchigen Boeselager-Wettbewerbes vom 11. bis 16. Mai 1987 nahmen neben den Mannschaften der 10 Panzeraufklärungsbataillone   der Bundeswehr - das ausrichtende Bataillon stellte keine Mannschaft - 13 ausländische   Mannschaften teil, und wir hatten in einer Woche genau 89, sie haben richtig gelesen, neunundachtzig, ausländische und deutsche Generale zu Besuch. In dem Jahr wurde das Panzeraufklärungsbataillon 2 für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung des Wettbewerbes mit der Korpsmedaille des III. Korps von Generalleutnant Erich Diedrichs ausgezeichnet. Es war das zweite mal in der Geschichte des III. Korps, dass ein Bataillon für die geschlossene Leistung des Verbandes mit dieser Medaille ausgezeichnet wurde. Drei Jahre später, im Jahr 1990 wurde, unter anderem auch weil in dieser Phase die Bundeswehr die erste Reduzierungswelle durchlebte, viele Kampftruppenbataillone, darunter auch 2 Panzeraufklärungsbataillone, vor der Auflösung standen, die Durchführung des Boeselager-Wettbewerb von jährlich auf 2-jährlich geändert.

Die zweite Auflösungswelle, Mitte der neunziger Jahre, führte dazu, dass von ehemals 11, später13, nur noch 5 Panzeraufklärungsbataillone in der Bundeswehr bestanden.

Folgerichtig wurde 1996 der letzte Boeselager-Wettbewerb durchgeführt.

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