Vor 10 Jahren (Oktober 2006)

Wie kommen ein Spähpanzer M 41, ein SPz kurz (20 mm) und ein SPz kurz (Radar)

in das Grenzmuseum SCHIFFLERSGRUND ?

..... ganz einfach, mit einem Tieflader. Also muss die Frage eigentlich lauten, warum kommen ein Spähpanzer M 41, ein SPz kurz (20 mm) und ein SPz kurz (Radar) ins Grenzmuseum Schifflersgrund ?

 

Auch diese Frage ist relativ einfach zu beantworten, es dauert nur etwas länger. Zu Zeiten des Panzeraufklärungsbataillon 2 standen in der Blücher-Kaserne Hessisch Lichtenau drei sogenannte „Sockelpanzer“; Sockelpanzer (offizielle Bezeichnung des BMVg, Abt. Rüstung) deshalb, weil sie meist auf einem Sockel an exponierter Stelle in oder vor der Kaserne standen.

Der SPz Kurz (Radar) war der letzte Radarträger, der in der 1./PzAufklBtl 2 eingesetzt war. Im Spätsommer 1986, die Umrüstung auf den TPz Fuchs (Radar) war abgeschlossen, stellte das Bataillon den Antrag, dieses Fahrzeug als Sockelpanzer in der Kaserne zu behalten. Er fand seinen Platz zunächst vor dem Gebäude der 1. Kompanie.

Gut ein Jahr später überraschte mich Hauptmann Rudi Holderer mit der Information, dass auf dem Standortübungsplatz ein SpähPz M 41 stünde, in schlechtem Zustand, als Hartziel auf dem Handgranatenwurfstand. Das Fahrzeug wurde vom Instandsetzungszug in die Kaserne geschleppt, und so schlecht der Panzer von außen auch aussah, alle Laufrollen liefen einwandfrei. Sogar die Seiten- und Höhenrichtanlage waren noch in Funktion, allerdings nur im Handbetrieb. Der Motor war irgendwann einmal entfernt worden, die Waffenanlage war nicht demilitarisiert. Im Offizierkorps herrschte absolutes Einvernehmen, dieses Fahrzeug musste soweit wieder hergerichtet werden, dass es neben dem SPz (Radar), allerdings einen Block weiter, vor der 4. Kompanie, präsentiert werden konnte, handelte es sich doch um ein Fahrzeug, das vor Jahren in der 4. /- gelaufen war.

Wiederum ein Jahr später entdeckte HptFw Weißbrot einen SPz kurz (20 mm) auf dem Truppenübungsplatz Hohenfels, auf einem Abstellplatz für Hartziele. Äußerlich machte das Fahrzeug einen guten Eindruck, die Waffenanlage fehlte, der Motor und  das Getriebe waren fest. Fragen Sie mich nicht, wie der S 3-StOffz, der S 4-Offz und der TStOffz die Übergabemodalitäten und den Transport nach HeLi geregelt haben. Auf jeden Fall stand das Fahrzeug nach dem Truppenübungsplatzaufenthalt plötzlich in der Blücher-Kaserne. Einige kleinere Schönheitsreparaturen, neue Scheinwerfer, eine ausgemusterte und verschweißte Kanone, eine neue Lackierung und der dritte Sockelpanzer fand seinen Platz ebenfalls vor der 4. Kompanie.

Das Jahr 1996 brachte für das Panzeraufklärungsbataillon 2 den Befehl für die Umgliederung zum Panzerartilleriebataillon 2, Termin 30. September / 01.Oktober 1996, gemäß Org-Befehl eine Umgliederung, de facto die Auflösung. Im Spätsommer 1996 wurden die drei Sockelpanzer umgesetzt, von ihren Plätzen vor den Kompaniegebäuden der 1./- und 4./- vor das Offizierheim.

Bereits ein Jahr später wurden die Fahrzeuge erneut innerhalb der Kaserne verschoben. Die beiden  SPz kurz fanden ihren neuen Platz vorm Eingang des Stabsgebäudes, rechts der SPz kurz ( 20 mm )  links der SPz kurz ( Radar ). Dieser wurde kurzerhand umbenannt in SPz kurz (BeobPz Art) und bekam ein taktisches Zeichen 2./ PzArtBtl 65 aufgemalt. Der M 41 wurde gegenüber dem Stabsgebäude vor der Mehrzweckhalle platziert.

So gingen die Jahre ins Land und das Panzerartilleriebataillon 2 fiel der nächsten Strukturreform des Heeres zum Opfer, Außerdienststellung des Bataillons und Schließung der Blücher-Kaserne zum 31. Dezember 2006.

Jetzt schlug meine Stunde als Kasernenkommandant und Vorsitzender des Freundeskreises Panzeraufklärungsbataillon 2. Was sollte mit den Traditionsgegenständen des Bataillons geschehen? Mit dem Traditionsraum, Glockenturm mit der Cramm´schen Glocke und den drei Sockelpanzern?

Als erster Schritt folgte die Verbindungsaufnahme mit dem Panzeraufklärungsbataillon 13 in Gotha. Der damalige Kommandeur, Oberstleutnant Timm Ahrens, kam mit einer kleinen Abordnung von Portepéeträgern zu einer Ortsbegehung nach Hessisch Lichtenau.

Ergebnis:  Der komplette Traditionsraum und der Glockenturm sollten nach Gotha verbracht werden. Die Sockelpanzer wollte man nicht haben. Einen SPz kurz (20 mm) gibt es dort schon und M 41 und SPz kurz (Radar) waren dort nie stationiert.

Bei einem Dämmerschoppen des PzArtBtl habe ich mich dann mit Herrn Polizeidirektor i. R. Ruske, dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Grenzinformation,  darüber unterhalten. Herr Ruske zählte schon zu Zeiten des Panzeraufklärungsbataillons 2 zu den treuesten Besuchern des Dämmerschoppens und zeigte sofort Interesse an den Fahrzeugen. Er erklärte sich sogar bereit, die Kosten für den Transport und für die Demilitarisierung zu übernehmen. Damit begann meine Arbeit. Zunächst erfolgte ein Antrag an BMVg, Abteilung Rüstung, ob wir die Fahrzeuge überhaupt an ein Museum übergeben dürften. Dort war man sehr kooperativ. Hinsichtlich der beiden SPz wurde sehr schnell die Genehmigung erteilt. Mit den bekannten Auflagen, Demilitarisierung nach den gültigen Bestimmungen. Für den M 41 wurde seitens BMVg eine Freigabe von den Amerikanern beantragt.

Die Schweißarbeiten zur Demilitarisierung wären sehr teuer geworden. Aber manchmal muss man auch Glück haben. Im Frühsommer 2006 führte eine Inst-Einheit eine Feldeinsatzübung auf unserem Standortübungsplatz durch. Bei einer Vorbesprechung im Rahmen der Erkundung für diese Übung erklärte mir der InstEinsOffz, dass die Kompanie während der Übung nicht einmal zu 50 % ausgelastet sei. Auf meine Frage, ob sie denn bereit wären, die drei Sockelpanzer zu demilitarisieren, war er sofort einverstanden. Zumindest seine Schweißer waren somit während der Übung zu 100 % ausgelastet, und gekostet hat es uns nur ein paar Grillwürstchen, Salate und 2 Kisten Bier.

Nach der Demilitarisierung haben die Inst-Soldaten des Panzerartilleriebataillons 2 die Schlitze in den Waffenanlagen mit Panzerband abgedeckt und die Fahrzeuge oliv über gespritzt. Und dann ging es sehr schnell.  Herr Ruske bekam sehr kurzfristig einen Bau-LKW mit Tiefladeanhänger kostenfrei zur Verfügung gestellt. Somit kamen wir leider nicht mehr dazu, die Hoheitsabzeichen wieder auf zu bringen.

Ja, und so kamen die beiden SPz kurz und der M 41 ins Grenzmuseum SCHIFFLERSGRUND (bei Bad Sooden – Allendorf, ca. 20 Km ostwärts von HeLi) und haben dort eine neue Heimat gefunden.

Abgesehen von unseren „Sockelpanzern“, ein Besuch im Grenzmuseum SCHIFFLERSGRUND lohnt sich immer.

 

Text und Fotos : Bernd Quittkat

Kommentare: 3 (Diskussion geschlossen)
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