Besuch Kampfhubschrauberregiment 36 Fritzlar

Hitzefrei, gab es bei der Bundeswehr nicht …

 

…und bei den Bundeswehr-Pensionären Hessisch Lichtenau natürlich auch nicht. Am 26. Juni, dem bisher heißesten Tag des Sommers, traten die Bw-Pensionäre HeLi ihren Tagesausflug an. Ziel war FRITZLAR, zunächst das Kampfhubschrauberregiment 36 in der Georg-Friedrich-Kaserne und nachmittags eine Stadtführung in der wunderschönen Altstadt. War FRITZLAR doch die Garnison, in der das Panzeraufklärungsbataillon 2 im Oktober 1958 in Dienst gestellt wurde. Schade, dass sich nur 15 Kameraden angemeldet hatten. Der Arbeitsaufwand ist gleich, egal ob man für 15 oder 35 Kameraden einen Ausflug organisiert.

Um 10.30 Uhr begrüßte uns, zusammen mit einer weiteren Besuchergruppe aus Soest, der Personalstabsoffizier (PSO), Oberstleutnant Remo Templin-Dahlenburg und informierte uns über die Geschichte, die personelle und materielle Ausstattung und die aktuelle Lage des Regimentes. Es war schon interessant zu erfahren, dass das Rgt einen deutlichen Personalüberhang habe, entstanden durch persönliche Härtefälle, geringe Restdienstzeiten und Umstrukturierungsmaßnahmen der Heeresfliegertruppe. Schließlich sei das Rgt das Beste, weil das einzige Kampfhubschrauberregiment der Bundeswehr. Immer, wenn für irgendeine größere Übung oder einen Auslandseinsatz Kampfhubschrauber benötigt werden, sind wir dran, so der Personalstabsoffizier (PSO).

So erfuhren wir auch, dass für einen Einsatz wie in MALI, dort waren 3 Maschinen im Einsatz, insgesamt über 200 Mann dorthin verlegt werden mussten, um den Auftrag sicher zu stellen. Das Waffensystem sei einfach unheimlich komplex.

Der Kommandeur des Rgt, OTL Sönke Schmuck, ließ es sich nicht nehmen, uns kurz zu begrüßen, obwohl er zeitgleich hochrangigen Besuch von militärischen Vorgesetzten und aus der Industrie im Haus hatte. Er ging auch auf den derzeitigen Klarstand seiner Hubschrauber ein, der nicht zufriedenstellend sei. Außerdem habe er darum gebeten, dass sein Rgt bis 2023 zu keinen Auslandseinsätzen herangezogen werde. Derzeit rücke die Landes- und Bündnisverteidigung wieder in den Mittelpunkt der Planungen. Hierzu müsse die Ausbildung grundlegend verändert werden, das habe man seit Jahrzehnten nicht mehr geübt, wie z.B. Konturenflug in Baumwipfel Höhe.

            Von links: Helmut Pforr, Jürgen Strohwald, Franz-

            Josef Lewe, Edwin Kluger, Alfred Weiser, Josef

            Bierschenk, Hans Michel, Karl-Heinz Gies, Reinhold

            Thiemann, Uwe Rießland, Ludwig Setzkorn,

            Basilius Balscharlarski, Bernd Quittkat,

            Manfred Messerschmidt, Bruno Bürgermeister


Nach dem Mittagessen ging es zur Flugtechnik, wo Hauptmann Beyer uns das Waffensystem Kampfhubschrauber TIGER näher erläuterte. Die Bewaffnungsmöglichkeiten dieser Maschine sind schon beeindruckend. Allerdings muss vor jedem Einsatz entschieden werden, welche Bewaffnung voraussichtlich benötigt wird, Luft-Boden-Raketen, Maschinengewehr und Panzerabwehrraketen können nicht gleichzeitig mitgeführt werden, sonst wird die Maschine zu schwer. Hptm Beyer erläuterte uns auch die Unterschiede zwischen dem Kampfhubschrauber TIGER und vergleichbaren Waffensystemen anderer NATO-Verbündeter. So biete der US-Kampfhubschrauber APACHE z.B. besseren Schutz für die Besatzung und stärkere Bewaffnung. Das schlage sich aber im Gewicht nieder, was zu einer kürzeren Einsatzdauer und geringerer Wendigkeit gegenüber dem TIGER führe.

Nachmittags stand eine Stadtführung auf dem Programm. Herr Ochs, der „Chef“ der Stadtführergilde FRITZLAR hatte diese Aufgabe persönlich übernommen. Auf Grund der extrem hohen Temperaturen, haben wir ihn gebeten, die Führung von 90 auf 60 Minuten zu verkürzen. Also doch ein bisschen „Hitzefrei“. Herr Ochs erläuterte uns die wechselvolle, fast 1300-jährige Geschichte der Stadt, zeigte uns den Dom und diverse Gebäude, die geschichtlich von Bedeutung sind. Beeindruckend ist die Tatsache, dass die Stadt FRITZLAR im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit weitgehend von kriegerischen Auseinandersetzungen verschont geblieben ist.

Ein rundherum gelungener Ausflug, aber 6- 8° weniger hätten auch gereicht.

 

Mit kameradschaftlichen Grüßen

Bernd Quittkat

 

Foto :   Kampfhubschrauberregiment 36



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